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Warum wir nicht mehr „Zero Waste“ oder „Less Waste“ sagen – EmpCo & neue EU-Regeln 2026
Es gibt Worte, die nach Zukunft klingen: Zero Waste, Less Waste, regionale Wertschöpfung, Kreislaufwirtschaft – Worte, die versprechen, dass wir als kleines Unternehmen die Welt ein kleines Stück besser machen können. Doch ab September 2026 dürfen wir viele dieser Begriffe auf Produktebene nicht mehr nutzen. Nicht, weil wir weniger nachhaltig arbeiten, sondern weil die neue EU-Richtlinie EmpCo (Empowering Consumers for the Green Transition) und die dazugehörigen nationalen Gesetze strengere Regeln für Umweltaussagen einführen.
Seit dem 1. Dezember 2016 arbeiten wir nach einem einfachen Prinzip: so wenig wie möglich, so natürlich wie möglich, so ressourcenschonend wie möglich. Bevor die große Masse von „Zero Waste“ sprach, haben wir unsere Produkte in Glas abgefüllt, Papier statt Folie gewählt und Rezepturen entwickelt, die mit wenigen, klaren Zutaten auskommen. Nicht, weil es ein Trend war, sondern weil es sich richtig anfühlte.
Wir haben uns immer gefragt: Was braucht ein Produkt wirklich? Und was können wir weglassen, um Ressourcen zu schonen? So sind unsere müllreduzierten Konzepte entstanden – lange bevor es ein bekanntes Schlagwort dafür gab.
Unsere ursprüngliche Mission lautete damals: „Lasst uns gemeinsam unsere Haushalte von Plastikmüll befreien!“ Auch wenn wir damit schlicht ausdrücken wollten, dass wir Alternativen zu herkömmlichen Einwegverpackungen bieten, zeigt sich heute: Selbst solche plakativen Aufrufe sind nach der neuen Rechtslage abmahngefährdet, wenn sie als absolute oder nicht nachweisbare Umweltaussage interpretiert werden können.
Strenge Regulation trifft kleine Unternehmen am härtesten
Was gut gemeint ist, wird nun zu Recht streng reguliert: Begriffe wie „Zero Waste“ oder „Less Waste“ gelten künftig als vage, nicht ausreichend definiert und potenziell irreführend, wenn sie nicht durch konkrete, wissenschaftlich belegte Kriterien untermauert werden. Für große Konzerne ist das eine Frage des Budgets – denn hier wird leider häufig Greenwashing betrieben. Für kleine Manufakturen wie uns bedeutet dieser bürokratische Nachweisapparat jedoch Aufwände, die wir kaum tragen können, ohne unsere Preise massiv zu erhöhen.
Denn um vergleichende oder spezifische Aussagen künftig rechtssicher zu nutzen, bräuchte es oft:
- umfassende Lebenszyklusanalysen (LCA) für jedes einzelne Produkt,
- kostenintensive, unabhängige Zertifizierungen,
- lückenlose wissenschaftliche Nachweise für jede Teilbehauptung
- und eine ständige, regelmäßige Aktualisierung aller Daten.
Das können wir personell und finanziell schlichtweg nicht leisten.
Bürokratiedruck steigt – kleine Betriebe brauchen Entlastung
Seit Jahren beobachten wir, wie immer mehr kleine, engagierte Unternehmen aus der Nachhaltigkeitsbranche aufgeben. Viele Start-ups, die zeitgleich mit uns gestartet sind, mussten aufhören. Der stetig wachsende Bürokratieaufwand spielt dabei eine zentrale Rolle. Statt unsere Energie komplett in nachhaltige Produktinnovationen zu stecken, werden durch Formalien, rechtliche Vorgaben, Dokumentationspflichten und Prüfungen wertvolle Zeit und Ressourcen gebunden.
Wir finden, dass das eine bedenkliche Entwicklung ist, und fordern: echte Entlastungen für kleine Unternehmen! Dazu gehören unbürokratische Praxis-Leitfäden, kostenfreie Beratungsangebote bei Gesetzesänderungen sowie finanzielle Erleichterungen für KMUs. Aktuell profitieren vor allem Großkonzerne von hochkomplexen Pflichten, da sie eigene Rechtsabteilungen und Budgets haben, um diese Anforderungen abzuwickeln – während kleine Konkurrenzbetriebe vom Markt gedrängt werden.
EmpCo will Greenwashing verhindern – ein wichtiges und richtiges Ziel
Trotz der Hürden für kleine Betriebe begrüßen wir den Kern des Gesetzes: Die EU will irreführender Werbung endlich einen Riegel vorschieben.
Ein Auslöser für die neuen Regeln war die Vielzahl an Produkten, die als „klimaneutral“ beworben wurden, obwohl diese Behauptung oft nur auf reiner CO₂-Kompensation beruhte, während in der Produktion munter weiter emittiert wurde. Die EU hat klargestellt: Werbliche Aussagen wie „klimaneutral“, die ausschließlich auf Kompensation basieren, sind künftig unzulässig. Das ist ein wichtiger Schritt für ehrlichen Verbraucherschutz!
Für uns bedeutet das: Wir sagen künftig nicht mehr „Zero Waste“, obwohl wir Müllvermeidung tagtäglich anstreben. Wir schreiben nicht mehr pauschal „Less Waste“, sondern benennen ganz konkret, was wir tun: müllreduziert verpacken, auf unnötige Füllstoffe verzichten und wiederverwertbare Materialien nutzen.
Weniger Versprechen, mehr gelebte Verantwortung
Wir bleiben exakt bei dem, was uns seit Tag 1 ausmacht:
- Glas und Metall statt Einwegplastik
- Papierverpackung statt Plastikfolien
- Minimalistische Rezepturen mit wenigen, ehrlichen Zutaten
- Handwerkliche Produktion in überschaubaren Chargen
- So wenig Abfall wie möglich
- So viel Transparenz wie möglich
Wir passen unsere Worte an die neuen Spielregeln an – aber unser Handeln bleibt unverändert. Vielleicht ist das sogar die ehrlichste Form von Nachhaltigkeit: nicht über geschönte Begriffe definiert zu werden, sondern über das, was wir jeden Tag tun.
Danke an alle, die uns schon seit Jahren auf diesem Weg begleiten! Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit euch weiterzugehen – transparent, ehrlich und immer nah am Produkt. 😉
