Haarseifen aus pflanzlichen Ölen liegen nebeneinander – natürliche Alternative zu Shampoo

Haarseife statt Shampoo: Anwendung, Saure Rinse und Tipps für den Umstieg

Haarseife statt Shampoo – für viele ein spannender Schritt. Haarseife reinigt Haare und Kopfhaut mit verseiften pflanzlichen Ölen. Sie enthält keine synthetischen Tenside oder Silikone und kommt mit einer kurzen Zutatenliste aus. Viele nutzen sie, um ihre Haarpflege bewusster zu gestalten. Unsere Haarseife Lavendel und weiteren Duftvarianten findest du im Shop.

In diesem Guide erklären wir dir: Anwendung Schritt für Schritt, Saure Rinse selber machen und was in den ersten Wochen passiert. Hast du schon mit Haarseife gewaschen?

Was steckt in Haarseife? Die Zutaten im Überblick

Pflanzliche Öle als Basis

Haarseife entsteht durch die Verseifung pflanzlicher Öle wie Olivenöl, Kokosöl, Jojobaöl oder Rizinusöl. Bei diesem Prozess entstehen seifenartige Verbindungen, die Schmutz und Fett aus dem Haar lösen können – ganz ohne synthetische Tenside.

Überfettung – unverseifter Fettanteil

Haarseifen haben häufig eine Überfettung von unter 5 %. Das bedeutet, dass ein kleiner Teil der eingesetzten Öle unverseift bleibt. Je nach Haarbedürfnis wählen viele eine unterschiedliche Überfettung: Für trockenes Haar werden oft Varianten mit 6–8 % genutzt, während bei schnell nachfettendem Haar häufig niedrigere Werte bevorzugt werden.

Natriumhydroxid (Lauge)

Für die Herstellung von Haarseife wird Natriumhydroxid benötigt, da es die eingesetzten pflanzlichen Öle verseift. Bei korrekt berechneter Rezeptur reagiert die Lauge in der Regel vollständig mit den Ölen, sodass im fertigen Produkt keine freie Lauge mehr vorhanden ist. Viele Haarseifen bestehen aus wenigen Grundzutaten wie Ölen und Lauge; je nach Rezept können zusätzlich Duft- oder Farbstoffe enthalten sein.

Haarseife statt Shampoo: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Haare gründlich nässen

Haare und Kopfhaut vollständig mit warmem Wasser benetzen. Warmes Wasser hilft, die Seife gleichmäßig zu verteilen und aufzuschäumen.

Schritt 2: Haarseife zweimal einseifen

Erstes Einseifen: Haarseife ca. 60 Sekunden auf der Kopfhaut einmassieren, dann gründlich ausspülen.

Viele wiederholen den Vorgang ein zweites Mal – dabei entsteht häufig mehr Schaum, da das Haar bereits vorgereinigt ist. Danach erneut gründlich ausspülen.

Schritt 3: Saure Rinse (bei hartem Wasser empfohlen)

Rezept: 1–2 EL Apfelessig in 1 Liter Wasser. Mischung nach dem Ausspülen über die Haare gießen und nicht mehr ausspülen. Der Essiggeruch verflüchtigt sich beim Trocknen vollständig. Genaue Dosierung nach Wasserhärte siehe Tabelle unten.

Schritt 4: Trocknen

Während der Umstellungsphase kann das Haar matter wirken, besonders wenn zuvor silikonhaltige Produkte verwendet wurden. Viele berichten, dass sich das Haargefühl nach einer gewissen Zeit verändert, sobald Rückstände ausgewaschen sind und man die passende Haarseife gefunden hat.

Saure Rinse selber machen: Rezept nach Wasserhärte

Die Wasserhärte beeinflusst, wie viel Apfelessig du brauchst. Deinen Wert kannst du kostenlos bei deinem Wasserversorger anfragen oder unter wasserhaerte.info nachsehen.

 

Wasserhärte

Grad (°dH)

Apfelessig

Wasser

Hinweis

Weiches Wasser

0–7 °dH

1 EL

1 Liter

Optional

Mittleres Wasser

8–14 °dH

1,5 EL

1 Liter

Empfohlen

Hartes Wasser

15–21 °dH

2 EL

1 Liter

Notwendig

Sehr hartes Wasser

> 21 °dH

2 EL

1 Liter

Zitronensaft als Alt.

 

Tipp: Eine Karaffe oder Vase im Bad befüllen – so ist die Rinse in 10 Sekunden angemischt.

Alternative: Zitronensaft (1–2 EL auf 1 Liter Wasser) funktioniert ähnlich wie Apfelessig.

Haarseife vs. Festes Shampoo: Die Unterschiede

Haarseife und festes Shampoo sehen ähnlich aus, werden aber unterschiedlich hergestellt und verhalten sich im Haar anders.

 

Eigenschaft

Haarseife

Festes Shampoo

Herstellung

Verseifung (Öl + Lauge)

Shampoo in konzentrierter, wasserfreier Form mit meist milden Tensiden

Tenside

Pflanzliche Seifentenside

Meist synthetisch oder pflanzlich

Überfettung

0–8 % unverseifter Fettanteil

In der Regel keine

Saure Rinse

Bei hartem Wasser empfohlen

Meist nicht nötig

Zutatenliste

Typisch 3–6 Zutaten

Häufig 10–30 Zutaten

Ergiebigkeit

ca. 80–100 Waschungen/100 g

Je nach Produkt variabel


Die richtige Haarseife für deinen Haartyp

Welche Überfettung und welche Öl-Basis für dich passt, hängt von deinem Haartyp ab.

 

Haartyp

Überfettung

Öl-Basis

Hinweis

Trockenes Haar

6–8 %

Olivenöl-basiert

Höhere Überfettung testen

Normales Haar

3–5 %

Ausgewogene Mischung

Guter Einstieg

Fettiges Haar

Unter 3 %

Kokosöl/Rizinusöl

Weniger Überfettung

Locken

5–6 %

Rizinusöl-Anteil

Saure Rinse besonders wichtig

 

Hinweis: Diese Angaben sind Richtwerte. Haare und Kopfhaut reagieren individuell unterschiedlich. Probiere verschiedene Varianten aus.

Die Umstellungsphase: Was in den ersten Wochen passiert

Wer von herkömmlichem Shampoo auf Haarseife statt Shampoo umsteigt, erlebt oft eine Übergangsphase. Das ist normal und kein Zeichen, dass die Haarseife nicht funktioniert.

 

Zeitraum

Was passiert

Tipp

Woche 1–2

Silikone aus früheren Produkten lagern sich ab – Haare fühlen sich eventuell schwer oder stumpf an

Saure Rinse konsequent anwenden

Woche 3–4

Rückstände werden ausgewaschen, Haare wirken weniger matt

Waschabstände langsam verlängern

Ab Woche 5

Kopfhaut produziert weniger Talg, Waschintervalle werden länger

Haartyp-passende Überfettung wählen

 

Optional: „Optional nutzen manche vor der Umstellung ein silikonfreies Clarifying‑Shampoo, um Styling‑ und Produktreste auszuwaschen. Viele empfinden den Start mit Haarseife dadurch als unkomplizierter.

Häufige Fragen zu Haarseife statt Shampoo

Warum sind meine Haare nach 2 Tagen schon fettig?

Während der Umstellung auf Haarseife kann es vorkommen, dass die Haare schneller nachfetten. Das liegt häufig daran, dass die Kopfhaut zuvor an andere Tenside oder Pflegeprodukte gewöhnt war. Viele berichten, dass sich das Haargefühl und die Waschabstände mit der Zeit verändern, sobald man eine passende Routine gefunden hat.

Meine Haare fühlen sich trocken an. Was tun?

Wenn sich die Haare trocken anfühlen, probieren viele eine Haarseife mit höherer Überfettung aus oder ergänzen die Pflege gelegentlich mit einem Conditioner. Auch eine Saure Rinse wird häufig genutzt, da sie Kalkrückstände ausspülen und das Haargefühl beeinflussen kann.

Funktioniert Haarseife auch für Locken?

Viele Menschen mit lockigem Haar nutzen Haarseife in Kombination mit einer Sauren Rinse. Die Rinse kann Kalkrückstände ausspülen und das Haargefühl beeinflussen. Wie Locken darauf reagieren, ist individuell und hängt von Haarstruktur und Routine ab.

Wie lange hält eine Haarseife?

Wie lange eine Haarseife hält, hängt stark von Haarfülle, Waschhäufigkeit, Anwendung und der Lagerung zwischen den Wäschen ab. Eine 100 g-Haarseife reicht in der Regel für ca. 80–100 Waschungen, was bei 3× Waschen pro Woche etwa 2–3 Monaten entspricht.

Ist Haarseife für empfindliche Kopfhaut geeignet?

Das ist individuell verschieden. Personen mit sehr empfindlicher oder gereizter Kopfhaut beginnen mit einer kurzen Testphase, um zu sehen, wie die Kopfhaut darauf reagiert. Bei Unsicherheiten kann es hilfreich sein, sich fachlich beraten zu lassen.

Empfohlenes Zubehör für Haarseife

        Ein magnetischer Seifenhalter sorgt dafür, dass die Seife rundum trocknen kann. Viele nutzen ihn, weil die Seife dadurch formstabil bleibt und sich gleichmäßig aufbraucht.

        1-Liter-Flasche – zum Anmischen der Rinse