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Greenwashing: Nachhaltigkeit und Zero Waste sind jetzt Trend

Greenwashing: Nachhaltigkeit und Zero Waste sind jetzt Trend
23. Oktober 2020 Line
In Allgemein

Ihr Lieben, wir müssen mal reden – Spoiler: es wird ernst. Uns ist in letzter Zeit vermehrt etwas aufgefallen, dass uns einerseits freudig stimmt und auf der anderen Seite Sorgen bereitet: Es geht um Firmen, die erkannt haben, dass sich Nachhaltigkeit und Zero Waste gut verkauft. Auf der einen Seite freuen wir uns natürlich sehr, wenn wir in den Läden plötzlich Regale voll mit festem Shampoo, Putz-Tabletten und Bambuszahnbürsten finden sowie auch online ein massiges Angebot. Auf der anderen Seite wissen wir aber, dass Zero Waste nicht gleichzeitig nachhaltig bedeutet und der Begriff Nachhaltigkeit nicht geschützt ist.

So bekommen wir immer wieder von Freunden Bilder zugesendet, mit neuen Produkten von großen Firmen, die jetzt auch tolle Zero Waste Produkte im Angebot haben. Wenn wir dann auf die Zutatenlisten schauen, wollen wir oft die Augen lieber ganz schnell wieder schließen. Wir sind besorgt, weil den Konsumenten wieder vorgegaukelt wird, wie toll und „ökologisch“ das Produkt doch ist – wieder ein Wort, das nicht geschützt ist. Und wir als Konsumenten wollen das natürlich glauben, vor allem wenn es möglichst nicht teurer und von der Wirkung her nicht anders ist, als das, was wir bisher verwenden. So bequem wie möglich eben, wie wir es ja alle gern haben. Doch jetzt ein weiterer Spoiler: der Wechsel zu einem nachhaltigen Leben ist nicht immer bequem und im Bereich der Drogerieprodukte gibt es einige Dinge, die man in Kauf nehmen muss, damit man so wenig Schaden wie möglich bei sich selbst und vor allem der Umwelt anrichtet.

Aber nicht nur im Bereich der Multi-Konzerne, sondern auch im Bereich der Start-Up-Szene gibt es Greenwasher. Es gibt immer mehr, die die typischen Nachhaltigkeits-Floskeln verwenden und auf ihren Webseiten emotionale Bilder mit in Plastik verfangenen Meerestieren zeigen. „Kein Plastik“ ist jetzt Trend – das freut uns natürlich. Aber auch hier muss man genau hingucken und Produkte hinterfragen. Viele der neu aufpoppenden Startups haben vermutlich nicht eine bessere Welt für uns und unsere kommenden Generationen als Ziel, sondern schnell und mit jedem Mittel zu wachsen, und dann auf absehbare Zeit ihr Startup gewinnbringend an größere Unternehmen zu verkaufen. Indem sie die Kleinen kopieren und aufgrund der z.T. millionenschweren Investitionen fegen sie diese vom Markt. Ein Hinweis ist auch, wenn auf den Seiten nichts über die eigentlichen Gründer und ihre Geschichte steht – weil es diese leider gar nicht gibt. Kopiert bleibt eben kopiert.

Der Ursprung von hello simple liegt weniger in der Zero Waste Bewegung als in der Tatsache, dass wir unseren Kunden transparent zeigen wollten, was wirklich in den Produkten enthalten ist. Deswegen haben wir mit den DIY-Boxen angefangen und unsere Rezepturen für alle offen gelegt. „Verrückt“ haben einige gesagt – wo ist dann euer Alleinstellungsmerkmal? Das war uns aber egal, denn wir wollten nicht nur Produkte verkaufen, sondern auch aufklären und sensibilisieren für ein Thema, was im Bereich Körperpflege und Putzmittel viel zu kurz gekommen ist. Jeder wusste bereits, dass im Bereich Lebensmittel Fast Food nicht gesund ist, aber schmierte sich trotzdem noch jeden Morgen einen Chemiecocktail auf die Haut.

Worauf wollen wir nun eigentlich hinaus? Wir sind gut und die anderen böse? Das wäre einfach (simple), aber nein, das ist nicht der Punkt. Wir möchten einfach nur weiterhin, dass ihr genau hinguckt und euch nicht von den Werbeversprechen und tollen Zero Waste Produkten der Firmen täuschen lasst. Schaut euch die Zutatenlisten an. Befragt im Zweifel das Internet und überlegt, wem ihr wirklich euer hart verdientes Geld geben wollt. Firmen, die den Planeten plötzlich retten wollen, ihn aber vorher wissentlich zerstört haben (und t.w. immer noch zerstören) oder Firmen, die sich wirklich reinhängen, regional produzieren, glaubwürdig sind und vor allem ganzheitlich denken.

Uns interessiert hierzu auch brennend eure Meinung. Wie seht ihr die Thematik? Findet ihr gut, dass es immer mehr Firmen gibt, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen? Wie steht ihr dazu, dass nun große Konzerne mit Nachhaltigkeit werben, jedoch wenig glaubwürdig sind? Welche Greenwashing Produkte und Werbungen sind euch aufgefallen? Wir sind gespannt.

Comments (2)

  1. Alex Röpnack 1 Monat vor

    Hi,
    ihr fragt nach Gedanken und Meinungen zu dem Thema. Mein spontaner Gedanke war:
    “Wer sich auskennt, kauft nicht bei Greenwashern. Wer aufmerksam ist, guckt genau hin. (so wie ich in Zukunft). Wer aber noch nie an grün, nachhaltig, regional, plastikfrei… interessiert war, wird vielleicht durch die Greenwasher in die richtige Richtung manövriert. Wie ein Schubs, ein Anstoß. Und vielleicht (hoffentlich) werden dadurch auf Dauer immer mehr Leute für das Thema sensibilisiert und achten immer mehr darauf. Auch wenn das ein Umweg ist und dieser mehr Zeit kostet, führt er doch zum richtigen Ziel. Hoffentlich kommen dort alle irgendwann an…”

  2. Beate Schmidt 1 Monat vor

    Danke für die Information! Und ich bin einerseits froh um die Entwicklung hin zu mehr ökologisch, nachhaltig, grün-er, etc., andererseits finde ich es zumindest befremdlich, wenn ich bei großen Supermärkten z.B. Demeter Produkte kaufen kann oder in der Drogerie die “nachhaltigen” und “ökologischen” und “grünen” Putzmittel und Kosmetika bekomme, die beim genauen Hinsehen (und ja, das muss man einfach immer … ) gar nichts so ö, n, oder g sind. Von daher: Danke für euer Engagement, danke, für eure Transparenz, ich wünsche euch viele gute und erfolgreiche Geschäftsjahre <3! Bleibt gesund, herzliche Grüße
    Beate

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